Oder… Warum Follower es sich heraus nehmen, persönliche Kritik oder Meinungen an ihren Instagramstar heranzutragen. Und, wie reagiere ich als Instagramer darauf? Meine Tipps für dich

In letzter Zeit habe ich immer wieder die Bitte und die Frage verschiedener Instagramer geschaut, gelesen und gehört: „Bitte schreibe mir doch nicht unaufgefordert, dass mein Lippenstift blöd aussieht.“ „Wie können sich Menschen erlauben, mir zu sagen, dass mein neuer Pulli nicht hübsch ist?“ „Warum meinst du mir eine solche Kritik schreiben zu dürfen?“ „Dein Chef oder Kollege sagt ja auch nicht: Ey in der Strumpfhose sehen sie aber dick aus.“

Warum machen Konsumenten und Follower das?
Wie kommen die auf so eine Idee?

Die Erklärung hierfür ist ganz einfach. Und eigentlich dürfte da kein Instagramer böse sein. Denn, der Follower ist dein Freund!
Die allermeisten Instagramer lassen Nähe zu. Lassen einen Fremden in ihr Leben.

Eine gefühlte Nähe vermittelt vom Instagramer,
eine echte Nähe für den Follower!

Während ich also nicht weiß wie mein Chef morgens im Bad aussieht, ich keine Ahnung habe was mein Arbeitskollege abends in seiner Küche treibt, bin ich, als Follower, aber bei meinem Lieblingsinstagramer überall mit dabei!
Ich bin beim Aufwachen dabei, im Badezimmer beim Schminken, bei den Hausaufgaben der Kids. Ich schau zu beim Kochen und beim Tanzen, wenn Tränen fließen, wenn man heiratet, beim Kinder kriegen. Ich höre meinem Instagramer bei ernsten Themen zu, unterstütze vielleicht sogar seine Meinung und rege mich mit ihm über Ungerechtigkeiten auf. Ich feiere mit ihm Geburtstag, bastele, koche und reise mit ihm. Ja, der Instagramer ist mein Freund!

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Als Follower will er an deinem Leben teilnehmen. Du lässt ihn rein. Du öffnest deine Türe.
„Ja, manchmal denke ich, ich kann den Duft deiner Bettwäsche riechen. Und wenn es nur Bruchstücke sind, die ich aus deinem Leben sehe. Den Rest reime ich mir dann schon zusammen!“

Lieber Instagramer- du bist doch mein Freund, kein Kollege!

Zwischen dir und mir ist für mich, Follower, keine Lücke.
Aus deiner Sicht sieht das wohl anders aus ….

Gibt es einen Unterschied von echtem Leben und dem Leben in einer Story?

Zwischen dem Instagramer und dem Follower entsteht eine Nähe! Der Follower fühlt mit dir, wie mit einem Freund. Dabei weiß er nicht, oder er vergisst es, dass nur er dich kennt und du ihn nicht!

Im echten Leben sage ich meiner Freundin ja auch wenn etwas fürchterlich aussieht oder sie sich danebenbenimmt. Wichtig ist, respektvoll dabei zu sein. Ich sage immer dazu, dass es meine Meinung ist. Aber je enger die Freundschaft, desto ehrlicher führe ich sie. Natürlich respektiere ich, dass sie sich das, was sie trägt, den Lippenstift oder die Frisur, ausgesucht hat und es mag. Ich sage ihr respektvoll, vorsichtig und unter 4 Augen was ich denke, aber ich sage es.

Und genau das macht ein Follower, wenn er seinem Instagram- Star schreibt: „Du der Lippenstift schaut echt blöd aus. Der Rock sitzt aber nicht gut oder jetzt stell dich nicht so an manchen geht es echt beschissener als dir.“

Oft fehlt natürlich hier der Anstand und das Respektvolle. Das liegt dann doch wieder an der Distanz Internet. Hier stehe ich niemanden persönlich gegenüber. Hier tue ich mir als Follower auch leichter meine Meinung zu schreiben. Vor allem Menschen, die sich im „echten Leben nicht wirklich offen vor vielen äußern würde, kennen im Internet keine Scham.

Natürlich muss es eine Grenze geben!

Persönliche Beleidigungen, Beschimpfungen, Worte wie „du bist fett“, „deine Oberarme sind dicke Wabbelwürste“ „Hurenbeschimpfungen“ etc… Das sind No Gos! Aber über diese sprechen wir jetzt auch nicht. Diese Reaktionen sind nicht die eines Freundes, sondern die ein dummen Menschen.

Zurück zu meinungskundtuenden Followern. Warum macht der Follower das? Ganz einfach und wie oben schon geschrieben, weil er sich als Freund des Instagramer fühlt. Er kennt dessen Leben! Er ist Teil davon!

Der Instagramer dagegen fühlt sich natürlich angegriffen, denn er kennt den Follower ja gar nicht! Wie kommt der dazu, so persönlich zu werden?

Aber anstatt sich zu beschweren und den bzw. die Follower anzugehen, wie man sich das erlauben kann, gibt es Tricks für Instagramer.

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Denn, einer regt sich immer auf

Ich selber nutze diese Tricks schon seit Jahren im Radio. Auch hier rufen oft Hörer an und sagen wie unverschämt sie dies oder jenes fanden. Der Witz war nicht witzig, im Sommer darf man zum Beispiel nicht erzählen, dass man sich über die Hitze freut, denn man sollte an die armen Bäumen denken. Keine Gags über Männer, wehe du sagst was zu Politik, hast eine Meinung zum Impfen oder lachst mal wieder übertrieben. Es ist egal, was du machst. Einen regt es immer auf!

Das erste was ich meinen Volontären im Radio beibringe- und das kannst du 1 zu 1 auf Instagram übertragen:
„Wow! Das ist toll diese Kritik. Das zeigt, dass du wahrgenommen wirst. Dass sich jemand die Mühe macht dir wirklich zuzuhören. Im Radio zappt derjenige nicht auf den nächsten Sender, um Musik zu hören. In Instagram swiped derjenige nicht zur nächsten Story! Er bleibt bei dir und beschäftigt sich mit dir. Das ist das, was du erreichen willst!“

Wie geht man aber als Macher mit solcher Kritik um?

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Mit persönlicher Kritik, Anmerkungen von Menschen die man nicht kennt?
Hier mein Trick, wie ich einen „blöden“ in einen treuen Follower umwandele

Ich bedanke mich immer erst einmal, dass derjenige mir folgt. Danke, dass er so aufmerksam zuhört bzw. bei Instagram dann auch schaut.
Dann z. B im Falle des Lippenstifts frage ich: Warum denn seiner Meinung nach, mir der Lippenstift nicht so gut steht. Was wäre denn der Vorschlag des Followers? Zum Schluss ein: Ich freue mich, dass du mir folgst- bleib auch weiter so Aufmerksam…

Das klingt im ersten Augenblick nach (sorry) Arschkriechen. Und das ist es auch. Im ersten Moment. Aber: als selbständiger Instagramer bist du von deinen Followern abhängig. Warum dann nicht jeden einzelnen in einen langjährigen Fan verwandeln?
Wenn du gleich zurückschreibst: „Wie kannst du dir erlauben, mir so etwas zu schreiben“- ist der andere vor den Kopf gestoßen. Er, der Follower wollte doch nur an deinem Leben teilnehmen. Wollte mitmachen, hineinschlüpfen in die Story! Dementsprechend angepisst wird er wieder reagieren.

Biete die scheinbare Möglichkeit an deinem Leben teilzunehmen

Antwortest du aber freundlich. Interessierst. Bietest du dem Follower die (scheinbare) Möglichkeit an deinem Leben mitzuwirken, freut sich dein Fan! Der Follower, der dich vielleicht absichtlich, vielleicht auch unabsichtlich provoziert hat, kann nicht weiter stänkern, da du ihm offen begegnest. Den Wind aus den Segeln nimmst, mit der Frage nach seiner Meinung. „Was fändest du denn besser?“

Vielleicht kommt ja auch raus, dass der Follower Lippenstiftdesigner ist und wirklich eine Ahnung hat. Vielleicht ist er Farbberater und kann dir erklären warum. Und vielleicht war es einfach seine Meinung, die er seinem „Freund“ mitteilte.

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Der Follower freut sich, wenn er nach seiner Meinung gefragt wird.

Kann der Follower sich schriftlich nicht richtig ausdrücken, kommt auch oft ein unverschämter Satz heraus. Den er vielleicht gar nicht so meinte. Aber das ist bei der nonverbalen Kommunikation immer das Problem!
Denke als Instagramer daran, Du kannst dich ausdrücken, du weißt, wie du dich präsentierst, du stehst in der Öffentlichkeit! Dein Follower ist vielleicht nicht so taff oder erfahren wie du!

Natürlich gibt es immer wieder den ein oder anderen Pappenheimer, der unverschämt schreibt. Der nicht aufhört zu sticheln. Der von vornherein auf Streit aus ist. Solche Nachrichten darf man dann ruhig einfach unbeantwortet lassen.

Fazit: Der Follower ist dein Freund. Bist du auch seiner?

Verwandele Kommentare in etwas Gutes und visualisiere dir immer warum der Follower dir schreibt: Er ist dein Freund, er kennt dich und folgt deinem Leben. Mache dir immer klar, warum du innerlich erst einmal mit Ablehnung reagierst: Er greift dich persönlich an, mit einer anderen Meinung als du sie hast! Und- du kennst denjenigen nicht einmal!